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News - Sonstige Messtechnik

Erhard_HofmannInterview: Gebrauchtsysteme liegen voll im Trend

03. August 2011 - Erhard Hofmann ist Gründer und Geschäftsführer der AdoptSMT GmbH mit Sitz in Grödig bei Salzburg. Das Unternehmen hat sich in den letzten 20 Jahren einen Namen im Handel mit Ersatzteilen, Verbrauchsmaterial und gebrauchten Maschinen für die Elektronik-Fertigung gemacht. Mittlerweile beschäftigt AdoptSMT insgesamt 75 Mitarbeiter und verfügt über Tochterfirmen in Deutschland, UK, Polen und Rumänien, sowie Vertriebsbüros in Frankreich, Italien, Ungarn, Slowenien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei.

 

AaT: AdoptSMT bietet nicht nur gebrauchte Bestückungssysteme sondern auch Tester an. Welche?

Wir konzentrieren uns auf die Baugruppen-Fertigung und sehen uns als Gesamtanbieter für vollständige Fertigungslinien, einschließlich der Tester und der Handling-Systeme. Diese Systeme sind ja oft in die Produktionslinien voll integriert. Wir beschränken uns dabei nicht auf einzelne Marken oder Hersteller sondern können verschiedene Lösungen für den Produktionstest liefern, wie In-Circuit-Tester, sowie AOI- (Automatische Optische Inspektion) und AXI-Systeme (Automatische Röntgen-Inspektion).

 

AaT: Welche Dienstleistungen bieten Sie in diesem Bereich an?

Wir beschaffen auf Wunsch auch bestimmte Systeme, wenn beispielsweise der Kunde bereits ein System im Einsatz hat und seine Fertigungskapazität mit weiteren identischen Maschinen erweitern möchte. Bei Investitionen können wir den Kunden zudem unabhängiger und seriöser beraten als mancher Systemhersteller, da wir nicht an bestimmte Hersteller gebunden sind. Anfangs bestand die Meinung, dass der Handel mit Gebrauchtsystemen in einem Graubereich abläuft. Dem ist aber nicht so, sondern dies wird immer mehr in Anspruch genommen. Viele Maschinen müssen nicht unbedingt neu gekauft werden, oftmals reicht die Spezifikation eines Geräts das bereits 3 Jahre alt ist völlig aus. Außerdem sind nicht alle Geräte für alle Einsatzbereiche geeignet. Auch bei der Erweiterung von Fertigungslinien kann es vorkommen, dass ein bestimmtes System gesucht wird, es aber als Neusystem so nicht mehr erhältlich ist, also wird ein Gebrauchtsystem gesucht. Teilweise spielen hier auch die Kosten eine Rolle.

 

AaT: Welche Sicherheiten hat der Kunde beim Kauf eines Gebrauchtsystems? Kauft er quasi die Katze im Sack?

Vor dem Verkauf überprüfen und überholen wir die Geräte mechanisch und spielen die neuste Software auf. Unsere Spezialisten kennen sich mit vielen Marken aus und können die Systeme warten und installieren. Dies gilt auch für Produkte, die mittlerweile nicht mehr hergestellt werden, wie z.B. AXI-Systeme von Agilent, Teradyne oder Genrad. Hier können wir die meisten Maschinen sehr gut abdecken. Für die gängigen Systeme haben wir zudem ein sehr gut bestücktes Ersatzteillager sowie die notwendigen Kontakte um Ersatzteile beschaffen zu können. Besonders wenn es den Hersteller nicht mehr gibt, ist die Beschaffung von Ersatzteilen oftmals ein Problem. Durch unsere Erfahrungen und Kontakte können wir dann in den meisten Fällen helfen. Darüber hinaus bieten wir auch einen Reparaturaustausch an und reparieren teilweise selbst.

 

AaT: Ab wann lohnt sich denn noch eine Reparatur?

Das kann man nicht so pauschal beantworten. AOI-Systeme veralten relativ schnell, da sich hier im Software-Bereich noch viel ändert. Dagegen sind In-Circuit-Tester seit vielen Jahren ausentwickelt. Das ist teilweise auch vom Hersteller abhängig. In-Circuit-Tester können bis zu 20 Jahre alt sein. Besonders im militärischen Bereich muss noch sehr lange nachgeliefert werden. Hier werden oft Uralt-Systeme als Ersatzteilspender genutzt. AdoptSMT hat weltweit Kontakte und kauft Systeme auch als "Ersatzteillager" auf.

 

AaT: Wie groß ist der Markt für Gebrauchtsysteme?

Dies ist inzwischen ein anerkannter Markt mit erheblichem Anteil. Anfangs haben wir die Maschinen nur von großen Unternehmen gekauft und an kleinere Unternehmen weiterverkauft. Mittlerweile ist dies aber nicht mehr so. Auch Großunternehmen kaufen seit mehreren Jahren Gebrauchtsysteme. Auch hier wurde inzwischen erkannt, dass so relativ einfach Geld gespart oder die Systemplattform vereinheitlicht werden kann. Nach unserer Einschätzung entfallen heute rund 20% des Gesamtmarktes auf Gebrauchtsysteme und zwar über alle Branchen.

 

AaT: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Herbert Hönle.



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