In diesem Schwerpunkt haben wir für Sie umfassende Informationen zum Themenbereich "Flying Prober" zusammengestellt. Unter den nachfolgenden Tabs finden Sie beispielsweise eine Übersicht der in letzter Zeit auf All-about-Test zu diesem Thema veröffentlichen Meldungen, einen Marktüberblick mit Produkten, Anbietern und Dienstleistern sowie hierzu passende Whitepaper und Weblinks. Die hier dargestellten Informationen werden laufend aktualisiert.
Ein Flying Prober ist ein automatisches Testsystem für elektronische Leiterplatten oder Baugruppen, das ähnliche Messverfahren wie ein In-Circuit-Tester nutzt aber bei dem die Kontaktierung nicht über ein Nadelbett, sondern über eine geringe Anzahl von festen und einige bewegliche Nadeln erfolgt. Über die festen Nadeln werden meist die Stromversorgungsleitungen kontaktiert. Alle anderen Schaltungsknoten werden über in x/y-Richtung verfahrbare Nadeln (Kontaktfinger) sequentiell kontaktiert.
Je nach Ausstattung verfügt ein Flying Probe Tester über 1bis 20 Kontaktfinger (meist 4), die von oben und/oder unten auf die Leiterplatte zugreifen und nacheinander die einzelnen Schaltungsknoten abtasten. Da die Kontaktierung der Schaltungsknoten sequentiell erfolgt, sind die Testzeiten deutlich länger als bei einem In-Circuit-Tester mit Nadelbett-Testadapter. Verfügt der Flying Prober über mehrere Kontaktfinger, dann lassen sich entweder Vierdraht-Messungen (größere Messgenauigkeit) durchführen oder mehrere Schaltungsknoten gleichzeitig kontaktieren (höherer Testdurchsatz). Flying Prober können in der Regel Kontaktflächen mit einem Durchmesser von unter 100um sicher kontaktieren, wobei je nach Verfahrweg bis zu rund 40 Kontaktiervorgänge pro Sekunde möglich sind.
Da für die Kontaktierung kein Testadapter benötigt wird, entfallen die Kosten für den Adapter und es muss nicht abgewartet werden bis dieser fertiggestellt ist. Die Programmerstellung kann weitgehend automatisch anhand von CAD-Daten oder manuell über ein Lernverfahren erfolgen. Dadurch eignen sich Flying Prober hauptsächlich für den Test von Prototypen oder Kleinserien.
Test- und Messverfahren
Flying Probe Tester führen in der Regel analoge Messungen für Widerstand, Kapazität und Induktivität durch, wobei die zu prüfende Baugruppe nicht mit Betriebsspannung versorgt wird. Dadurch kann die korrekte Bestückung und teilweise auch die Funktion der meisten diskreten Bauteile aber auch von integrierten Schaltungen überprüft werden.
Die Systeme lassen sich teilweise mit weiteren Testverfahren, wie Boundary Scan, optische Inspektion (AOI), Funktionstest oder thermischer Inspektion erweitern, um eine höhere Fehlerabdeckung zu erreichen. Einige Systeme unterstützen auch ein Reverse Engineering und können damit sogar eingesetzt werden, wenn keine CAD-Daten für die zu prüfende Baugruppe vorhanden sind. Das Testprogramm wird dann nahezu vollautomatisch erstellt.
Synonyme:
Moving Probe Tester, Adapterloser Test, Vektorloser Test (gilt auch für MDA - Manufacturing Defect Analyser)
Anwendungsbereiche:
Flying Probe Tester sind im Prinzip für drei unterschiedliche Einsatzbereiche verfügbar: für den Test von elektronischen Leiterplatten, elektronischen Baugruppen und die Reparatur von elektronischen Baugruppen. Die Tester unterscheiden sich dabei in der Ausstattung und den Fähigkeiten.
Leiterplattentest: Um einen Durchgangs- und Isolationstest durchführen zu können, arbeitet diese Flying Prober meist mit Spannungen von mehr als 100 Volt. Zudem verfügen diese Flying Prober über bis zu 20 bewegliche Nadeln für einen hochparallelen Test mit hohem Durchsatz.
Baugruppentest: Diese Systeme arbeiten meist mit 4 beweglichen Nadeln, oftmals auch auf beiden Seiten der Baugruppe. Um auch auf Kontaktflächen zwischen hohen Bauteilen zugreifen zu können, sind die Nadeln meist leicht schräggestellt. Zudem kommt es hier auf eine hohe Fehlerabdeckung an, so dass die Systeme optional mit weiteren Testverfahren ausgestattet werden können.
Reparaturtest: Diese Systeme arbeiten meist mit nur einem Tastkopf und ein bis zwei Nadeln. Die Fehlersuche auf der Baugruppe erfolgt mittels einer Impedanzanalyse, wobei die Messwerte mit denen einer fehlerfreien Baugruppe verglichen werden. Bei Abweichungen lässt sich auf einen Fehler am jeweiligen Schaltungsknoten schließen. Der Testdurchsatz ist hier eher von untergeordneter Bedeutung. Wichtiger ist eine einfache Handhabung und ein niedriger Anschaffungspreis.
Interview
Interview
Bernd Hauptmann ist Geschäftsführer der Seica Deutschland GmbH
Welches sind die Haupteinsatzgebiete von Flying Probe Testern?
Die klassischen Einsatzgebiete sind Elektronikfertigungen mit hohem Produktmix und kleinen bis mittleren Stückzahlen. Neu hinzugekommen sind in den letzten Jahren das Reparatur- und Reverse Engineering-Umfeld wobei hier neben dem ICT zusätzliche Eigenschaften hinzugekommen sind wie: FCT, optische und thermische Testverfahren sowie die Möglichkeit Baugruppen mit Hilfe komplexer Verfahren komplett automatisch abzulernen (optische Erfassung der XY_Koordinaten und elektrische Knoteninformationen), um diese bei fehlenden technischen Unterlagen, Reparieren oder sogar komplett klonen zu können.
Worauf sollte man bei der Auswahl eines Flying Probers achten?
Dies hängt natürlich von der Aufgabenstellung der zu testenden Produkte ab, dem dafür verfügbaren Budget und dem bereits vorhandenen Produktions- bzw. Prüfumfeld ab. Mit anderen Worten: er muss in die Gesamtteststrategie passen, damit er den beabsichtigten Mehrwert bringt und der ROI (Return of Investment) Kalkulation gerecht wird. Demnach kann ein horizontaler, einseitiger Flying Prober eventuell auch mit SMEMA Conveyer, für den automatischen Betrieb mit Be-/Entladestation geeignet sein, oder, wenn kein DFT (Design for Testability) gemacht wurde, auch ein doppelseitiger, vertikaler Flying Prober mit bis zu acht Flying Probes notwendig sein. Letzteres ist unbedingt notwendig, für das Reparatur- und Reverse Engineering- Umfeld aber auch für den Paralleltest von zwei Baugruppen gleichzeitig (jeweils 4 Probes von einer Seite).
Was zeichnet die Produkte Ihres Unternehmens aus?
Seica setzt mit seinen Produkten auf Innovation und absolute Kundenorientierung und kann dadurch den heutigen technischen Anforderungen (wie oben beschrieben) jederzeit gerecht werden. Die breite Palette der Pilot Flying Prober Plattform reicht von manuell zu beladenden, einseitigen, horizontalen FP (Flying Probern) bis zu den doppelseitigen, vertikalen und komplett automatischen Flying Prober inklusive einer Be-/Entladestation. Diese ATE (Automatic Test Equipment) Flying Prober von Seica sind eine echte Testplattform mit den Eigenschaften wie: ICT, FCT, AOI Test, Boundary Scan, On-Board Programming, ThermalScan, Reverse Engineering und bieten somit eine einzigartige Lösung für alle heutigen Anforderungen einer modernen Elektronikfertigung.
News
Aktuelle Meldungen
Die folgenden Meldungen wurden in letzter Zeit zum Thema Flying Probe Testerauf All-about-Test veröffentlicht. Durch Klicken auf die Meldung gelangen Sie zum vollständigen Text.
Produkte
Marktübersicht: Produkte
Diese Marktübersicht umfasst einen Überblick über die derzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlichen Produkte mit einigen wichtigen Auswahlkriterien. Dies ermöglicht eine schnelle Vorauswahl geeigneter Geräte für die jeweilige Anwendung.
Produkt
Hersteller
Einsatz-bereich
Test oben/ unten
Anz. bewegl. Probes
max. Test- bereich [mm]
Inline fähig
Besonder-heiten
Scorpion FLS980
Acculogic
B
o/u
11/11*
1050 x 640
optional AOI, Boundary Scan, Thermal Probe, Funktions- test, RE
Scorpion FLS800
Acculogic
B, L
o/u
8/0 bis 20/20*
1050 x 650*
S
optional AOI, Boundary Scan
Sprint FLS4510
Acculogic
B
o
4
S
optional Funktionstest, Boundary Scan, AOI
A1b
atg
L
o/u
4/4
610 x 460
N
4 Kameras
A5 Serie
atg
L
o/u
4/4
610 x 460
N
4 Kameras
A6 Serie
atg
L
o/u
8/8
600 x 620
S
8 Kameras
S1
atg
L
o/u
8/8
600 x 620
N
8 Farb- kameras
S2 Serie
atg
L
o/u
8/8
600 x 620
N
8 Farb- kameras
AutoPoint DT
Diagnosys
B
o
1
462 x 569*
N
Desktop- System
MTS500 Condor
Digitaltest
B
o
4
500 x400
O
optional Funktionstest, Boundary Scan, ICT
HIOKI 1240
HIOKI
B
o
4
510 x460
S
Access
Huntron
R
o
1
389 x 338
N
Kamera
Access 2
Huntron
R
o
1
462 x 569
N
Kamera
Access DH
Huntron
R
o
2
305 x 483
N
Kamera
EMMA S Serie
Microcraft
L
o/u
4/4
610 x 510
8 Kameras, High-Speed- Test
EMMA M Serie
Microcraft
L
o/u
2/2
610 x 510
4 Kameras, unterstützt flexible Leiterplatten
EMMA H Serie
Microcraft
L
o/u
2/2
810 x 610
4 Kameras, für Fine-Pitch- Boards
EMMA L Serie
Microcraft
L
o/u
2/2
1520 x 810
4 Kameras
EMMA A Serie
Microcraft
L
o/u
2/2
610 x 510
4 Kameras, autom. Be-u. Entladung
EMMA F Serie
Microcraft
L
o
2
610 x 500
2 Kameras, speziell für flexible Leiterpaltten
TDR Serie
Microcraft
L
o/u*
1/1*
600 x 600*
N, S*
speziell für HF-Leiter- platten
GRS500
Polar
R, B
o
1
300 x 450
N
2 Kameras, speziell f. Reparatur,
NZT, optional AOI, FUnktionstest und Boundary Scan
Pilot M4
Seica
L, B, R
o/u
2/2
540 x 610
N
Kameras, RE
Pilot L4
Seica
B, R
o
4
540 x 610
S
optional Nadelbett
Pilot V8
Seica
L, B, R
o/u
4/4
540 x 610
O
Kamera auf beiden Seiten, Thermal Probes, Power Probes, RE
* Modell-abhängig; B = Baugruppe, L = Leiterplatte, R = Reparatur; S = Standard, N = nicht möglich, O = Option; AOI = Automatische optische Inspektion; RE = Reverse Engineering, NZT = Impedanzmessung des Netzes auf dem Board
Alle Angaben laut Datenblatt der Hersteller zum Zeitpunkt der Erhebung. Technische Daten können sich jederzeit ändern.
Stand: Februar 2012
Anbieter
Marktübersicht: Anbieter
Diese Marktübersicht umfasst eine Liste der Anbieter sowie der Anbieter von Zubehörprodukten und/oder Dienstleistungen für Flying Probe Tester in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die folgenden Unternehmen bieten Zubehör und/oder Dienstleistungen für Flying Probe Tester unterschiedlicher Hersteller in Deutschland, Österreich und der Schweiz an.
Hier können Sie diese Marktübersicht als PDF-Datei kostenlos herunterladen. Bitte beachten Sie, dass diese PDF-Version nur von Zeit zu Zeit aktualisiert wird und daher nicht immer den aktuellen Stand wiederspiegelt.
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